Intensiv-Haus-und Krankenpflegedienst NEMO



Nah-Effektiv-Mobil-Organisiert = NEMO


Die Pflege von Wachkomapatienten.

21.05.2018

Standardmaßnahmenplan "Wachkoma" (neues Strukturmodell)

  • Das Wachkoma ist gekennzeichnet durch einen Funktionsausfall der Großhirnrinde. Ursache dafür ist zumeist Sauerstoffmangel, etwa als Folge eines Schädel-Hirn-Traumas nach einem Unfall.
  • Der Bewohner befindet sich in einem schlafähnlichen Zustand mit offenen Augen, aus dem er nicht geweckt werden kann. Ansprache, äußere Reize und selbst Schmerzreize führen zu keinen sichtbaren Reaktionen. Es gibt keine Spontan- oder Reaktivbewegungen.
  • Der Bewohner ist nicht in der Lage, einen Punkt im Raum mit den Augen zu fixieren oder sich in irgendeiner Form verständlich zu machen. Er kann sich nicht bewegen und keine Nahrung eigenständig zu sich nehmen. Die Spontanatmung und die Kreislaufregulation hingegen sind funktionsfähig.
  • Die Störung wird in fünf verschiedene Phasen eingeteilt, die mit Buchstaben gekennzeichnet sind. Die Phase A ist definiert als Akutphase, in der der betroffene Mensch intensivmedizinisch versorgt werden muss. Die letzte Phase "F" beschreibt die Langzeitversorgung in stationären Pflegeeinrichtungen oder in der häuslichen Umgebung.
  • Im Rahmen der Pflege und Betreuung von Menschen im Wachkoma sollten durch das Team folgende Konzepte umgesetzt werden: Das Affolter Modell, basale Stimulation, Kinästhetik, Snoezelen / Musiktherapie, Logopädie, Ergo- und Physiotherapie usw.
  • Hinweis: Dieser Standardmaßnahmenplan deckt die gesamte Bandbreite der Wahrnehmungsstörungen ab, insbesondere auch leichtere Fälle, bei denen die kognitiven Fähigkeiten noch teilweise erhalten sind.

Maßnahmen

Begründung und Anmerkungen

Fallbeispiel: Frau Meier befindet sich im Zustand des Wachkomas. Sie ist nicht mehr in der Lage, auf gewohnte Weise mit uns zu kommunizieren. Es gibt keine verbale Kommunikation und keine Gestik. Ihre Mimik ist schwer deutbar. Es kommt jedoch immer wieder zu körperlichen Reaktionen auf Außenreize, wie etwa Muskelanspannungen oder ein Stöhnen. Sie ist also möglicherweise zu einem begrenzten Maß an nonverbaler Kommunikation fähig.

  • Vor und nach jeder Pflegemaßnahme am Bewohner führen wir eine Initialberührung durch.
  • Frau Meier wird über alle anstehenden Pflegemaßnahmen vorab informiert. Wenn wir Frau Meier anzeigen wollen, dass an einer bestimmten Körperstelle eine Pflegemaßnahme notwendig ist, wird vorab diese Körperstelle deutlich von uns berührt.
  • Die Medikamentenapplikation erfolgt durch die Pflegekraft. Ist die Applikation unangenehm (etwa bei Injektionen) muss die Verabreichung Frau Meier vorab angekündigt werden.
  • Wir beachten dabei, dass die Reaktionen bei Frau Meier ggf. mit zeitlicher Verzögerung auftreten. Wir müssen also immer einige Augenblicke auf eine mögliche Reaktion warten.
  • Wir nutzen die basale Stimulation, um Gefühle zu kommunizieren. Dazu zählen Berührungen, Geräusche oder Musik.
  • Wenn wir mit Frau Meier sprechen, schalten wir unnötige Lärmquellen aus. Insbesondere werden die Fenster geschlossen und der Fernseher und das Radio leise bzw. aus gestellt.
  • Am Bett von Frau Meier sollte immer nur eine Person sprechen. Wenn sich zwei Pflegekräfte in ihrem Bereich aufhalten, sollte ein Mitarbeiter (soweit möglich) schweigen.
  • Die Information von Bewohnern über anstehende Maßnahmen erfolgt auch dann, wenn diese die Information augenscheinlich nicht verarbeiten können. In vielen Fällen wirken Betroffene zwar tief schlafend, tatsächlich jedoch nehmen sie ihre Umwelt durchaus wahr. Ohne Vorwarnung unangenehmen Pflegemaßnahmen ausgesetzt zu werden, führt bei diesen Betroffenen zu erheblichen Stressreaktionen und letztlich zu einem weiteren Rückzug in die Innenwelt.
  • Letztlich kostet es keine zusätzliche Arbeitszeit, den Betroffenen kurz über anstehende Pflegemaßnahmen zu informieren. Im Idealfall gewinnt der Bewohner an Vertrauen und an Orientierung. Er entspannt sich, während die Pflegemaßnahmen oder andere Therapien mit ihm durchgeführt werden.
  • Mehr Informationen in den Standards "basale Aktivierung" und "Passive Musiktherapie".

Fallbeispiel: Eine erhebliche Hirnschädigung führte bei Herrn Müller zu einem Wachkoma. Es scheint sehr unwahrscheinlich, dass er Außenreize wahrnehmen kann. Bislang gab es keinerlei Hinweise auf willentliche Reaktionen. Das Ausmaß der kognitiven Beeinträchtigungen ist unklar. Dadurch wird es erschwert, angemessene Beschäftigungsangebote zu finden. Ein weiteres Problem sind die Angehörigen und der Arzt von Herrn Müller. Diese halten die gesundheitliche Lage für aussichtslos. Sie diskutieren darüber ganz offen am Bett des Bewohners, da sie glauben, dass Herr Müller ohnehin nichts davon hören kann.

  • Wir achten auf nichtsprachliche Kommunikationsversuche. Jede noch so geringe körperliche Reaktion kann der Versuch sein, mit der Umwelt zu interagieren.
  • Wir prüfen, ob Herr Müller Gerüche wahrnimmt. Wir setzen ihn daher einmal wöchentlich unangenehmen Gerüchen aus und beobachten die Reaktionen.
  • Wir prüfen einmal wöchentlich, ob Herr Müller Hautreize verarbeiten kann. Wir berühren z. B. sein Gesicht mit einem kühlen Waschlappen und achten auch hier auf Reaktionen.
  • Wir führen ein Besucherbuch. Dieses liegt im Zimmer von Herrn Müller. Wir bitten Angehörige, Gäste, Therapeuten und Ärzte, darin ihre Eindrücke niederzuschreiben.
  • Wir achten darauf, dass wir in der Nähe von Herrn Müller nicht unbedacht reden. Der Zustand von Herrn Müller wird nicht in dessen Zimmer thematisiert. Wir wirken dahin gehend auch auf externe Partner wie Ärzte oder Therapeuten ein.
  • Wir machen Angehörige darauf aufmerksam, dass sie in Gegenwart des bewusstlosen Bewohners nicht über dessen Zustand reden. Insbesondere sollen sie nicht in der Vergangenheitsform über ihn sprechen.
  • Im Zimmer von Herrn Müller sollte nicht geflüstert werden, da ihn dieses verunsichern würde.
  • Viele ehemalige Wachkomapatienten können davon berichten, dass sie immer wieder Momente des Erwachens erlebten. Sie waren aber dabei in ihrem Körper eingeschlossen und nicht in der Lage, in irgendeiner Form mit der Umwelt zu kommunizieren. Daraus folgt, dass Pflegekräfte selbst bei mutmaßlich komplett bewusstlosen Betroffenen immer davon ausgehen müssen, dass ein Restbewusstsein vorhanden sein könnte.
  • Wir müssen insbesondere stets davon ausgehen, dass er uns hört, da das Hörvermögen auch im Koma funktionieren kann.
  • Dazu kommt, dass ein Wachkoma kein statisches Krankheitsbild ist. Es kann immer Entwicklungen in Richtung Erwachen geben. Mögliche Kommunikationsformen können sein:
    • Der Bewohner blinzelt. Dieses kann auf störendes Licht, auf trockene Augen oder auf verklebte Augenlider hinweisen.
    • Der Bewohner leckt sich über die Lippen und zeigt damit an, dass der Mundraum ausgetrocknet ist.
    • Der Bewohner macht Schmatzgeräusche als Zeichen von Hunger.
    • Der Bewohner verändert seine Körperhaltung und zeigt damit z. B. Schmerzen an.
    • Der Bewohner macht fahrige Handbewegungen als Zeichen von Unruhe oder Überforderung.
    • Der Bewohner schließt die Augen und signalisiert, dass er in Ruhe gelassen werden möchte.
  • Aus Datenschutzgründen verwenden wir für das Besucherbuch einen Abreißblock.  Die Einträge werden in der Pflegedokumentation gesammelt.
  • Alle potenziell unangenehmen Reize dürfen nur selten genutzt werden. In keinem Fall setzen wir Schmerzreize ein.
  • Mehr Informationen im Standard “basale Aktivierung”.

Fallbeispiel: Frau Meier zeigt langsame Fortschritte bei der Überwindung des Wachkomas. Ihre körperlichen Reaktionen zeigen, dass sie mehrere Stunden pro Tag Außenreize wahrnehmen kann und darauf reagiert. Nach Beschäftigungsangeboten wirkt sie entspannt. Unterbleiben solche Aktivitäten, führt dieses zu körperlicher Unruhe; offenbar als Folge von Langeweile.

  • Wir spielen Frau Meier Musik vor. Wir nutzen dafür ihren MP3-Spieler. Frau Meier mag Musik der Beatles, der Rattles, der Lords und der Beach Boys.
  • Wir konfrontieren Frau Meier mit Gegenständen, die Geräusche aussenden. Sie reagiert positiv auf einen Schellenring und auf Maracas (Rumba Rasseln).
  • Wir setzen eine Klangmatratze ein und übertragen damit Musik oder Rhythmen auf ihren Körper.
  • Zweimal in der Woche wird Frau Meier in den Snoezelen-Raum begleitet.
  • Wir bringen Frau Meier in eine erhöhte Rückenlage und schalten den Fernseher ein. Sie mag die Serien “Verbotene Liebe” und “Gute Zeiten, schlechte Zeiten”.
  • Danach drehen wir das Bett so, dass Frau Meier aus dem Fenster sehen kann.
  • Wir konfrontieren Frau Meier mit verschiedenen Gerüchen. Wir stellen Duftlampen im Zimmer auf. Sie bevorzugt Zitrusgerüche sowie Rosenaromen. Sie mag auch das Rasierwasser ihres Ehemanns, Tabac Original Eau de Cologne.
  • Ihr Ehemann bringt Bettwäsche mit in die Einrichtung, die er für einige Tage genutzt hat. Mit dieser wird das Bett von Frau Müller bezogen.
  • Die Dauer solcher Maßnahmen wird zunächst auf wenige Minuten begrenzt und dann schrittweise verlängert. Die Beobachtung der Bewohnerin ist hierbei sehr wichtig. Wenn sie offenbar überfordert ist, wird die Maßnahme beendet.
  • Wir nutzen keine Kopfhörer, da die Bewohnerin der Musik dann hilflos ausgeliefert wäre. Falls dennoch Kopfhörer verwendet werden sollen, so legen wir diese auf einer Seite neben dem Kopf der Bewohnerin ab. Die Bewohnerin soll die Möglichkeit haben, auch andere Geräusche im Raum zu verfolgen.
  • Sofern die Bewohnerin "in gesunden Tagen" gerne Fernsehsendungen verfolgte, führen wir diese Gewohnheit fort. Wir erfragen bei Angehörigen, welche Genre sie interessieren (Nachrichten, Daily-Soaps, Volksmusiksendungen usw.)
  • Bei ehemaligen Rauchern kann ein Duftsäckchen mit Pfeifentabak genutzt werden. Bei Frauen, die gerne gekocht und gebacken haben, können Gewürznelken, Anisund Koriander in das Duftsäckchen gelegt werden.
  • Es ist nicht immer sinnvoll, einen Wachkomapatienten mit dem Geruch des Lebenspartners in Kontakt zu bringen. Oftmals war das Verhältnis zwischen beiden nicht so gut, wie es vom gesunden Ehepartner beschrieben wird. Der Wachkomapatient könnte mit Unruhe und mit Abwehrverhalten reagieren.
  • Ggf. suchen wir den Kontakt zu einer Musiktherapeutin. Diese kann mit Klanginstrumenten prüfen, ob die Bewohnerin auf diese Weise zu erreichen ist.
  • Mehr Informationen in den Standards "Oberkörperhochlagerung", “basale Aktivierung” und "Sinnesstimulierungs- und Entspannungstherapie".

Fallbeispiel: Herr Müller wurde bislang zu Hause von seiner Frau versorgt. Diese jedoch ist mit der Pflege des Wachkomapatienten überfordert. Daher ist nun eine stationäre Versorgung notwendig. Herr Müller hat sich offenbar an die neue Umgebung nicht gewöhnt. Er ist häufig unruhig. Wenn er von einer Pflegekraft versorgt werden soll, reagiert er mit erhöhter Körperspannung, Schweißausbrüchen sowie mit beschleunigter Atmung und Herzfrequenz.
Der Kontakt von Herrn Müller zu seinen Kindern ist beeinträchtigt, da diese im Ausland wohnen und ihn nicht regelmäßig besuchen können.

  • Wir stellen die Pinnwand so auf, dass Herr Müller diese sehen kann. Seine Frau hat dort Familienfotos aufgehängt.
  • Auf dem Nachttisch sollten seine Hertha-BSC-Kaffeetasse und seine Leselampe stehen.
  • Frau Müller ist morgens bei der Grundpflege anwesend. Bevor eine Pflegekraft mit dem Bewohner Kontakt aufnimmt, wird die Pflegekraft von Frau Müller ihrem Ehemann angekündigt.
  • Vor jeder Kontaktaufnahme nennt die Pflegekraft ihren Namen. Wenn sie an sein Bett herantritt, macht sie sich durch eine Berührung an seiner rechten Schulter bemerkbar. Auf die gleiche Weise teilt die Pflegekraft nach Abschluss der Maßnahme mit, dass sie das Zimmer von Herrn Müller wieder verlassen wird.
  • Während der Grundpflege bleibt Frau Müller im Raum, verhält sich jedoch passiv.  
  • Herr Müller erhält regelmäßig Whatsapp-Videos von seinen Kindern und Enkelkindern. Wir spielen ihm diese auf einem Tablett-PC vor.
  • Die Anzahl der Pflegekräfte, die mit der Versorgung des Bewohners betreut sind, sollte möglichst gering gehalten werden. Wir setzen das Konzept der Bezugspflege um.
  • Mehr Informationen in den Standards “Heimeinzug”, “Angststörungen", "Bezugspflege”.

Fallbeispiel: Frau Meier ist als Folge der hirnorganischen Schädigungen vollständig immobil. Eine Mobilisierung in den Rollstuhl oder an einen Stehtisch ist nicht möglich. Als Folge der Bettlägerigkeit ist Frau Meier anfällig für Druckgeschwüre und für Kontrakturen.

  • Frau Meier wird im Bett regelmäßig umgelagert. Sie mag offenkundig die Rückenlage und die 135-Grad-Lagerungen. In der Bauchlage wird sie schnell unruhig. Die 90-Grad-Lagerungen sind aufgrund des Dekubitusrisikos nicht möglich.
  • Wir bringen Frau Meier mehrmals täglich in den "Königssitz".
  • Wir führen mit Frau Meier aktive und passive Bewegungsübungen durch. Sie soll mehrmals täglich knöchelhohe Turnschuhe auch im Bett anziehen.
  • Frau Meier entwickelt schnell Druckgeschwüre am Trochanter und an den Fersen. Hier müssen wir sorgfältig auf Rötungen achten und im Verdachtsfall einen Fingerdrucktest durchführen.
  • Wir führen eine Kompressionstherapie durch. Wir nutzen Kompressionsstrümpfe der Klasse II (CCL 2). Auf das Anlegen von Kompressionsverbänden reagiert Frau Meier mit Unruhe.
  • Wir führen mit Frau Meier passive Bewegungsübungen durch. Wir bewegen zweimal täglich alle Gelenke der Beine und der Arme inkl. der Fingergelenke durch.
  • Für die sog. “Königsstuhllagerung” wird die Bewohnerin mit dem Rückenteil des Pflegebetts in eine Oberkörperhochlagerung gebracht. Mit zusammengerollten Decken und mit weiteren Lagerungshilfsmitteln wird ihre Position stabilisiert. Das Bettende wird tiefer gestellt. Die Bettmitte im Bereich der Kniekehlen wird erhöht.
  • Mehr Informationen in den Standards "30°-, 90°- und 135°-Grad Lagerungen", "Bauchlage", "Königsstuhllagerung" und "Drucktest / Fingertest / Lupentest".

Fallbeispiel: Herr Müller zeigt immer wieder Abschnitte von Wachheit. Wenn er in diesen Phasen in einen Rollstuhl oder an einen Stehtisch mobilisiert wird, wirkt er sehr lebhaft. Nach Abschluss der Mobilisierung lassen Mimik und geringe Körperspannung auf einen Zustand der Entspannung schließen.

  • Herr Müller wird nach den Hauptmahlzeiten in einen Rollstuhl mobilisiert. Wenn das Wetter es zulässt, wird er morgens auf die Terrasse des Neubaus transferiert. Wir stellen den Rollstuhl in den Schatten mit Blick auf den Teich. Nach rund 45 Minuten wird er zurück in sein Zimmer gebracht, damit er sich in seinem Bett ausruhen kann. Am Nachmittag nimmt Herr Müller als passiver Zuhörer und Zuseher am Freizeitprogramm teil. Er reagiert positiv auf die Teilnahme an der Lesestunde und an der Backgruppe.
  • Wenn Herr Müller aus dem Bett an einen Tisch oder in einen Rollstuhl mobilisiert werden soll, ziehen wir ihm seine Laufschuhe an.
  • Wenn Herr Müller Familienbesuch erhält, animieren wir seine Angehörigen dazu, mit ihm einen Spaziergang zu unternehmen. Herr Müller sollte dabei eine Sonnenbrille tragen.
  • Wir testen immer wieder, ob Herr Müller an einen Stehtisch mobilisiert werden kann. Diesen drehen wir so, dass Herr Müller aus dem Fenster in den Garten sehen kann. Wird er unruhig, wird die Mobilisierung beendet.
  • Mehr Informationen in den Standards "Lesestunde" und "Backgruppe”.

Fallbeispiel: Frau Meier zeigt immer wieder Phasen von partieller Wachheit. Sie kann aber aufgrund körperlicher Beeinträchtigungen nicht aus dem Bett mobilisiert werden. Frau Meier scheint sich zu langweilen. Visuelle oder akustische Angebote (Fernseher, Radio, Bilder oder Musik) zeigen keine Wirkung. Sie reagiert jedoch auf Körperkontakt sowie auf taktile und auf vibratorische Reize.
Ihre Atmung ist phasenweise oberflächlich und schnell. Frau Meier könnte damit anzeigen, dass sie Schmerzen verspürt oder Angst hat.

  • Wir nutzen elektrische Geräte, von denen Vibrationen ausgehen. Dazu zählen etwa elektrische Zahnbürsten oder Rasierapparate.
  • Wir setzen einen Massagestab erst auf der Matratze auf und führen ihn dann zu den Rippen. Der Kontakt mit einem Knochen leitet die Vibrationen durch den gesamten Körper.
  • Wir geben Frau Meier diese Geräte zeitweise auch in die Hand.
  • Die Pflegekraft legt Frau Meier die Hände auf den Brustkorb und spricht oder singt gleichzeitig.
  • Wir legen die Hände von Frau Meier am rechten und am linken Ende ihres Rippenbogens auf. Wir lassen sie damit die eigene Atmung erspüren und vermitteln ihr ein Gefühl der Sicherheit.
  • Wir bewegen Frau Meier regelmäßig in die Seitenlage und schaukeln sie dort vorsichtig vor und zurück. Wir achten auf eine Erhöhung des Muskeltonus und auf eine gesteigerte Aufmerksamkeit. Sie mag es auch, wenn sie aufrecht in das Bett gesetzt wird und aus dieser Position vor und zurück geschaukelt wird.
  • Frau Meier wird in unterschiedlichen Positionen gelagert. Wir nutzen dafür etwa die Nestlagerung in Rückenlage.
  • Frau Meier wird auf unterschiedlich harten Matratzen gelagert. Wir nutzen zudem verschiedene Bezüge für die Matratze, also etwa raues und dann weiches Material.
  • Es ist wichtig, die Effektivität der Maßnahmen zu überprüfen. Mangels einer direkten Kommunikation ist dieses nur abschätzend möglich. Beispiel: Vor einer Maßnahme ist die Bewohnerin unruhig. Sie atmet schnell und stöhnt. Die Muskulatur ist angespannt. Der Puls und der Blutdruck sind erhöht. Nach der Maßnahme wirkt die Bewohnerin entspannter. Die Atmung ist langsam und tief. Auch die anderen Vitalwerte haben sich normalisiert. In einem solchen Fall kann die Maßnahme als erfolgreich gewertet werden.
  • Mehr Informationen in den Standards “basale Aktivierung”, “Nestlagerung”, “Angststörungen" und "Bezugspflege”.

Fallbeispiel: Herr Müller ist anfällig für Atemwegserkrankungen. Er ist nicht in der Lage abzuhusten. Der Schleim verlegt seine Atemwege. Herr Müller befindet sich offenbar in einem Teufelskreis. Er hat Angst vor Atemnot durch Verschleimung. Die Angst wiederum führt zu einer gesteigerten Sekretion.

  • Wir lagern Herrn Müller im Bett in atemunterstützenden Positionen. Er akzeptiert die V-Lagerung und die A-Lagerung, nicht jedoch die T-Lagerung. Die I-Lagerung ist bei ihm nicht möglich, da der Druck im Kreuzbeinbereich zu hoch wäre und ein Druckgeschwür droht.
  • Herr Müller wird mehrmals am Tag aus dem Bett mobilisiert. Er soll einige Zeit in einem Sessel oder in einem Rollstuhl verbringen.
  • Wir führen atemstimulierende Einreibungen durch. Unsere Bewegungen beim Einreiben sollten synchron zur Atmung des Bewohners sein. Herr Müller mag Massageöle.
  • Falls notwendig wird Herr Müller abgesaugt.
  • Mitbewohner oder Angehörige, die an einer leicht übertragbaren Infektionserkrankung (etwa “Erkältungen”) leiden, sollten den Kontakt zu Herrn Müller meiden.
  • Herr Müller wird einmal im Jahr gegen die Virusgrippe geimpft.
  • Mehr Informationen in den Standards "Absaugen”, “V-A-T-I-Lagerungen", "atemstimulierende Einreibung”, "chronische Bronchitis", "akute Bronchitis" sowie "Influenza”.

Fallbeispiel: Frau Meier erreicht immer wieder Phasen von Wachheit. Sie ist körperlich hingegen so beeinträchtigt, dass keine Mobilisierung aus dem Bett möglich ist. Aufgrund des Krankheitsbilds besteht das Risiko, dass es zu Körperbildstörungen kommt. 

  • Die Lagerung wird so gewählt, dass Frau Meier die Grenzen ihres Körpers erspüren kann, etwa durch den Kontakt mit dem hochgefahrenen Seitenteil des Bettes oder mit dem Fußteil des Bettes.
  • Wir bringen Frau Meier in eine Nestlagerung.
  • Wir legen die Arme und die Beine von Frau Meier in Handtücher. Wenn Frau Meier einatmet, heben wir die Extremität einige Zentimeter an, bei der Ausatmung senken wir die Arme bzw. Beine wieder ab.
  • Wir ziehen Frau Müller unterschiedlich enge Kleidung an, etwa einen Rock oder körperbetonte Jeans.
  • Bei einer Nestlagerung wird die Bewohnerin in eingerollte Decken eingepackt, die ihren Körperkonturen folgen.
  • Die Bewohnerin sollte nicht ausschließlich weiche Kleidung tragen, sondern ggf. auch raue Stoffe (etwa Jeansstoffe). Der Schnitt der Kleidung sollte abwechselnd weit und dann wieder körperbetont ausfallen.
  • Es ist besser, wenn die Bewohnerin im Sommer längere Kleidung trägt und dafür eine dünnere Bettdecke verwendet. Kurze Kleidung vermittelt weniger Spürinformationen.
  • Sofern der Bewohner über ein relevantes Maß an Mobilität und Körperkontrolle verfügt, muss eine gerichtliche Anordnung zur Durchführung von freiheitsentziehenden Maßnahmen vorliegen, wenn das Seitenteil hochgefahren wird.
  • Mehr Informationen in den Standards “Nestlagerung” und “basale Aktivierung”.

Fallbeispiel: Als Folge eines Unfalls liegt Frau Meier im Wachkoma. Die Schwere ihrer Verletzungen lässt vermuten, dass sie noch immer einer erheblichen Schmerzbelastung ausgesetzt sein könnte. Darüber hinaus sind bei ihr Pflegemaßnahmen notwendig, die ebenfalls sehr unangenehm sein könnten.

  • Wir bündeln unangenehme Tätigkeiten wie das Absaugen oder Injektionen zu einem festen Block im morgendlichen Tagesablauf. Dieser wird dauerhaft getrennt von angenehmen Pflegemaßnahmen wie etwa der Ganzkörperwaschung oder Einreibungen.
  • Beim Absaugen legen wir die Hand von Frau Meier auf den Arm der Pflegekraft. Frau Meier kann diesen drücken, wenn die Beschwerden zu stark werden. Wir achten auch auf die Mimik und auf die Körperspannung.
  • Es ist immer zu prüfen, ob die Bewohnerin Schmerzen hätte, wenn sie wach wäre (etwa aufgrund von Verletzungsfolgen, Kontrakturen, Druckgeschwüren usw.). In diesem Fall ist es möglich, dass sie den Schmerz im Wachkoma unbewusst wahrnimmt. Wir diskutieren daher mit dem Hausarzt, ob eine Schmerzbehandlung sinnvoll sein kann. Die Auswirkung der Schmerzbehandlung auf das Verhalten der Bewohnerin wird beobachtet und dokumentiert.
  • Die zeitliche Trennung von angenehmen und unangenehmen Pflegemaßnahmen mindert die Stressbelastung. Der Bewohner kann sich entspannen, da er abschätzen kann, dass ab einem bestimmten Tageszeitpunkt keine weiteren unangenehmen Tätigkeiten mehr mit ihm durchgeführt werden.
  • Mehr Informationen in den Standards "Schmerzbekämpfung mit nicht-opioiden Analgetika", "Schmerzbekämpfung mit Opioiden” sowie “PCA-Pumpe".

Fallbeispiel: Die mentalen Einschränkungen sind so erheblich, dass Herr Müller sich an der Körperpflege nicht beteiligen kann. Diese muss von einer Pflegekraft vollumfänglich übernommen werden.
Herr Müller kann nicht aus dem Bett ins Badezimmer transferiert werden. Es ist somit nicht möglich, ihn auf konventionelle Weise zu baden oder zu duschen. Herr Müller lehnt die Intimpflege offenkundig ab. Wenn diese im Rahmen der Körperpflege durchgeführt wird, reagiert er mit Unruhe, Abwehrspannung und angespannter Mimik. Dadurch wird die entspannte Atmosphäre während der Grundpflege deutlich gestört. Herr Müller leidet häufig an Entzündungen der Mundschleimhaut. Die Körperpflege ist für Herrn Müller sehr anstrengend.

  • Es sollte immer nur eine Pflegekraft gleichzeitig mit Herrn Müller arbeiten.
  • Herr Müller wird während der Körperpflege in eine möglichst sitzende Position gebracht. Er soll die Möglichkeit haben, die Durchführung mit seinen Augen zu verfolgen.
  • Die Körperpflege, etwa eine Ganzwaschung, beginnt nicht im Gesicht, da diese Region besonders empfindlich ist. Herr Müller ist sehr schreckhaft und zuckt zusammen.
  • Wir sparen die Intimpflege bei der morgendlichen Grundpflege aus. Die Intimpflege wird durchgeführt, wenn ohnehin eine Reinigung notwendig ist, etwa nach dem Stuhlgang.
  • Wenn wir Herrn Müller berühren, so erfolgt der Kontakt fest und für ihn gut spürbar. Wir vermeiden ruckartige oder plötzliche Maßnahmen am Körper.
  • Wir nutzen für die Körperpflege Produkte, die Herrn Müller vertraut sind. Herr Müller verwendet gerne Deos und Hautpflegeprodukte von Nivea.
  • Herr Müller zeigt manchmal unerwartete Reaktionen auf das Waschen. Er seufzt, legt den Kopf auf eine Schulter oder rümpft die Nase. Die Pflegekraft stoppt dann die Durchführung für einen Moment.
  • Wir nutzen einen Duschwagen. Einmal in der Woche wird dieser mit einem Wasserspiegel von 10 Zentimetern gefüllt.
  • Wir übernehmen die Mundpflege für Herrn Müller. Wir lassen ihn die notwendigen Materialien sehen, etwa die Zahnbürste, Zahncreme usw. Herr Müller hält die Zahnbürste selbst, während wir die Putzbewegung durchführen.
  • Wir führen regelmäßig eine umfassende Mundpflege durch.
  • Nach belastenden Maßnahmen erhält Herr Müller einige Minuten Pause, um neue Kräfte zu sammeln.
  • Falls notwendig werden Maßnahmen reduziert. Statt einer Ganzwaschung kann eine Teilwaschung durchgeführt werden, wenn Herr Müller sehr erschöpft ist.
  • Nach der Benutzung werden die Pflegeutensilien in den Schränken verstaut.
  • Wir führen langjährige Gewohnheiten auch in unserer Einrichtung fort und vermitteln dem Bewohner auf diese Weise vertraute Reize. Das Selbstwertgefühl des Bewohners bleibt so erhalten.
  • Es ist wichtig, dem Bewohner zu zeigen, dass wir seine Reaktion wahrgenommen haben. Mögliche weitere Reaktionen des Bewohners sind z. B. Muskelanspannungen oder Augenbewegungen.
  • Pflegeutensilien sollten nicht im Blickfeld des Bewohners liegen und Krankenhausatmosphäre vermitteln. Auf dem Betttisch sollten nur persönliche Gegenstände wie etwa Fotos stehen.
  • Sobald der Bewohner Widerstand bei der Mundpflege leistet, deutet dieses auf eine schmerzende Stelle hin. Zahnfleischentzündungen können z. B. mit Salbei gelindert werden. Bei Schäden an der Zahnsubstanz ist ein Zahnarztbesuch notwendig.
  • Falls der Bewohner im Duschwagen Angstreaktionen zeigt, kann der Kopf während der Durchführung etwas erhöht gelagert werden. Wir nutzen dafür das verstellbare Rückenteil oder ein wasserdichtes Keilkissen.
  • Mehr Informationen in den Standards "Nutzung einer Bettdusche”, “Mundpflege" sowie "Pflege von Zahnprothesen".

Fallbeispiel: Frau Meier legte vor dem Unfall sehr großen Wert auf die gepflegte Erscheinung. Aufgrund der Bewusstseinsstörung kann sie sich nicht mehr selbst schminken, einen Friseur aufsuchen oder Kleidung wählen. Wenn die Körperpflege von einer Pflegekraft übernommen wird, wirkt Frau Meier konzentrierter und interessierter.

  • Wir lassen die Haare von einer mobilen Friseurin pflegen. Frau Müller trägt einen mittellangen Bob. Der Seitenscheitel sitzt hoch. Die Haare sind rotbräunlich koloriert.
  • Sie nutzt einen Lippenstift in zartem Rosé sowie Chanel N°5 Eau de Toilette.
  • Wir legen Frau Meier Schmuck an, sofern dieser nicht übermäßig wertvoll ist.
  • Wir lassen Frau Meier in einen Spiegel sehen, um ihr Äußeres zu betrachten.
  • Die Frisurgestaltung richtet sich nach den Wünschen der Bewohnerin, sofern diese bekannt sind.
  • Körperpflege kann auch bei Männern hilfreich sein, um die eigene Identität zu bewahren, insbesondere die Nutzung eines seit Jahrzehnten vertrauten Aftershaves oder Deo. Wichtig ist auch, einen vorhandenen Bart stehen zu lassen.
  • Es ist wichtig zu prüfen, ob ein Pflegebedürftiger positiv oder negativ auf sein Spiegelbild reagiert. Viele lehnen ihr Spiegelbild ab.
  • Mehr Informationen im Standard "Haarwäsche am Waschbecken".

Fallbeispiel: Aufgrund des Wachkomas kann Herr Müller keine Nahrungsmittel oral zu sich nehmen. Er wird per PEG versorgt. Er leidet häufig unter Verstopfung. Das Gewicht von Herrn Müller schwankt.

  • Wir bestreichen seine Finger mit geeigneten Nahrungsmitteln. Er mag Schokocreme und Honig. Wir führen die Finger zu seinem Mund, damit er diese ablecken kann. Alternativ können wir seine Lippen mit den Nahrungsmitteln bestreichen.
  • Wir füllen Nahrungsmittel in einen Schlauchverband, den wir dem Bewohner in die Wangentasche legen und von außen festhalten.
  • Die Nahrungsreize, mit denen Herr Müller konfrontiert wird, haben einen tages- oder jahreszeitlichen Bezug. Herr Müller reagiert positiv auf Kaffee am Morgen, auf Tee am Abend, auf Lebkuchen und Zimtgebäck in der Vorweihnachtszeit und auf Erdbeeren im Sommer.
  • Herr Müller erhält eine ballaststoffreiche Ernährung, also insbesondere Vollkornprodukte, Obst und Gemüse.
  • Wir führen einmal täglich eine Colonmassage durch. Wir achten dabei auf Reaktionen von Herrn Müller. Wenn er Schmerzen hat, verspannt sich seine Bauchdecke und er stöhnt laut auf.
  • Wir erfassen das Gewicht von Herrn Müller regelmäßig mittels eines Lifters mit Wiegefunktion.
  • Mehr Informationen in den Standards "Verbandswechsel PEG / PEJ", “Umgang mit Patientenliftern” und “basale Aktivierung”.

Fallbeispiel: Frau Meier ist am Tag häufig müde, dafür jedoch in der Nacht unruhig. Ihr Tag-Nacht-Rhythmus ist gestört.

  • Frau Meier wird immer um 7.30 Uhr begrüßt. Es folgt die Grundpflege.
  • Die Bewegungsübungen im Rahmen der Kontrakturenprophylaxe sind für Frau Meier sehr anstrengend. Wir führen diese daher unmittelbar vor den beiden Ruhepausen um 11 Uhr sowie um 14 Uhr durch. Wir stellen danach alle Geräuschquellen ab. Frau Müller ist dann sehr ruhig und scheint zu ruhen.
  • Ab 15 Uhr nimmt Frau Meier als passive Teilnehmerin an den Freizeitaktivitäten teil.
  • Besuch erhält Frau Meier immer erst nach 18 Uhr. Im Wechsel kommen ihre beiden berufstätigen Söhne und ihre Tochter. Sie bleiben bis ca. 19.30 Uhr.
  • Frau Müller sieht sich um 20 Uhr die Nachrichten auf ARD an.
  • Wir sorgen für einen gleichbleibenden Tagesablauf. Ruhepausen sollten zu stets gleichen Tageszeiten erfolgen. Spontane Aktivitäten außerhalb der festen Tagestruktur sind zu vermeiden.
  • Soweit dieses planbar ist, sollten Angehörige und Freunde die Bewohnerin zu jeweils gleichen Tageszeiten besuchen, also z. B. immer am späten Nachmittag.
  • Wir sorgen dafür, dass die Bewohnerin Reizen ausgesetzt wird, die sich als Orientierungspunkte im Tagesablauf eignen. Dazu zählen Kaffeegeruch am Morgen, Essensgerüche in der Mittagszeit, die Geräusche des Geschirrwagens usw. Weitere biografisch verankerte Orientierungspunkte können der Gong der 20-Uhr-Tagesschau oder die Melodie der RTL-Nachrichten sein.
  • Soweit möglich sollte sich ein Fenster im Blickbereich der Bewohnerin befinden. Insbesondere bei Mobilisierungen aus dem Bett (etwa an einen Stehtisch) sollte die Bewohnerin mit der Außenumgebung in Kontakt kommen. Der Wechsel von Sonnenlicht und Dunkelheit vermittelt der Bewohnerin ggf. eine gewisse zeitliche Orientierung.
  • Durch eine helle Beleuchtung in den Tagesstunden und eine dämmrige Beleuchtung am Abend vermitteln wir der Bewohnerin auch im Winter einen Eindruck vom Wechsel der Tageszeiten.
  • Belastende Aktivitäten wie etwa die Körperpflege oder anstrengende Therapiemaßnahmen sollten soweit möglich immer zum gleichen Tageszeitpunkt stattfinden, da auch sie eine zeitliche Orientierung erlauben.
  • Die Aktivierung der Bewohnerin sollte bis in die Abendstunden fortgesetzt werden. Ansonsten beginnt für die Bewohnerin die Nachtruhe schon am späten Nachmittag. Der Schlafbedarf erschöpft sich dann bereits in den frühen Morgenstunden.
  • In der Nacht sollten Pflegemaßnahmen strikt auf ein Minimum reduziert werden.

Fallbeispiel: Frau Meier atmet phasenweise schnell und flach. Sie hat Schweißausbrüche. Wir bemerken Tachykardien und starke Schwankungen des Blutdrucks. Es gibt keine körperlichen Schädigungen, die auf eine gesteigerte Schmerzbelastung schließen lassen. Wir vermuten daher, dass die Bewohnerin starke Angstgefühle durchlebt. 

  • Frau Meier wird in eine Therapiehängematte transferiert.
  • Wir führen mit Frau Meier beruhigende Waschungen durch. Sie mag Lavendel und Salbei.
  • Einmal in der Woche kommt der Tierbesuchsdienst. Frau Meier mag es, wenn sich ein Hund auf ihre Bettdecke legt. Wir legen die Hand von Frau Meier auf das Fell des Besuchstiers.
  • Immer am Sonntag wird Frau Meier von ihrer Tochter zum Gottesdienst abgeholt. Regelmäßig am Mittwoch Nachmittag kommt eine freiwillige Mitarbeiterin des Besuchsdienst der katholischen Kirchengemeinde.
  • Mehr Informationen in den Standards “basale Aktivierung”, "beruhigende Ganzkörperwaschung" sowie "anregende Ganzkörperwaschung".

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